Geldeingang von Kindesunterhalt auf einem P-Konto

Es ist in der heutigen Zeit nicht unüblich, dass das leibliche Kind nur bei einem Elternteil, dem Vater oder der Mutter, aufwächst. Trotzdem bleibt die Unterhaltspflicht für den anderen Elternteil bestehen und es muss der gesetzliche Kindesunterhalt gezahlt werden. Nachdem es sich ja zumeist um ein minderjähriges Kind handelt, wird der Kindesunterhalt auf das Konto des sorgeberechtigten Elternteils gezahlt. Doch was passiert, wenn es sich dabei um ein P-Konto handelt?

Was ist Kindesunterhalt?

Kindesunterhalt ist eine Leistung an ein Kind. Anders verhält es sich mit dem Kindergeld. Dies ist eine Leistung für ein Kind. Der Unterschied hierbei ist, dass der Kindesunterhalt von einer Privatperson aufgrund gesetzlicher Vorgaben gezahlt wird, während das Kindergeld immer von einer öffentlichen Stelle ausbezahlt wird. Mit dem Kindergeld will der Staat alle Eltern unterstützen.

Der Kindesunterhalt ist gesetzlich festgelegt und muss von beiden Eltern geleistet werden. Dies kann durch Naturalunterhalt oder Geldleistung geschehen. Die Geldleistung erfolgt in den meisten Fällen nur dann, wenn das Kind nicht bei den Eltern oder nur bei einem Elternteil dauerhaft lebt. Somit gleicht die Geldleistung im Grunde die Pflicht zum Naturalunterhalt aus. Der Kindesunterhalt geht an das Kind und kann von diesem für seinen Lebensunterhalt verwendet werden. Natürlich greift die erziehungsberechtigte Person ein, da die Kinder auch meistens zu jung sind, um das Geld sinnvoll zu verwalten.

Kann Kindesunterhalt auf einer P-Konto-Bescheinigung geschützt werden?

Die einfache Antwort auf diese Frage lautet „Nein“. Kindesunterhalt kann zwar generell durch einen gerichtlichen Antrag auf dem P-Konto geschützt werden, eine einfache Bescheinigung reicht aber nicht aus. Der gerichtliche Antrag muss immer dann wiederholt werden, wenn sich die Höhe des Kindesunterhalts verändert. Das liegt daran, dass zwar Kindesunterhalt grundsätzlich nicht pfändbar ist, aber auch nicht für den Kontoinhaber, sondern dessen Kind ist. Daher ist es eine Leistung an ein Kind. Denn der Kindesunterhalt gehört im eigentlichen Sinne dem Kind – nicht dem Erziehungsberechtigten. Auf dem P-Konto und durch die P-Konto-Bescheinigung können nur Leistungen bescheinigt werden, die auch direkt den Kontoinhaber betreffen. So zum Beispiel die Unterhaltspflicht für die eigenen Kinder. Diese kann bescheinigt werden, weil es ein Gesetz gibt, das jedes Elternteil zum Unterhalt verpflichtet. Das Geld muss der Person daher auch zur Verfügung stehen, wenn sie genug verdient. Der Kindesunterhalt betrifft den Kontoinhaber aber nur indirekt und ist in erster Linie für das Kind gedacht.

Was Sie jetzt tun können

Die einfachste Variante wäre tatsächlich, den Kindesunterhalt auf ein separates Konto auf den Namen des Kindes überweisen zu lassen. Somit kann man sichergehen, dass es definitiv monatlich zur Verfügung steht und nicht gepfändet, bzw. an die Gläubiger ausgekehrt wird.

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