Nachzahlungen vom Jobcenter auf einen P-Konto richtig schützen

Es ist in der heutigen Zeit nicht unüblich, dass eine Nachzahlung vom Jobcenter auf dem Konto eingeht. Dabei kann es unterschiedliche Gründe haben, warum der Kontoinhaber eine Nachzahlung auf seinem Konto erhält. Sofern es sich nur um ein normales Girokonto handelt, stellt die Nachzahlung vom Jobcenter kein Problem dar. Was passiert aber, wenn es sich um ein P-Konto handelt? Dann kann es für den Kontoinhaber schon zu Problemen kommen, weil die Nachzahlung meistens nicht durch den Pfändungsfreibetrag auf dem P-Konto geschützt ist. Was kann der Kontoinhaber also in diesem Fall tun?

Wie kann die Nachzahlung auf dem P-Konto geschützt werden?

Im Falle einer Nachzahlung durch das Jobcenter reicht eine einfache P-Kontobescheinigung leider nicht aus. Zwar wurde gerichtlich festgelegt, dass eine Nachzahlung vom Jobcenter auch dem Pfändungsschutz untersteht, diese kann aber nur durch einen gerichtlichen Beschluss freigegeben werden. Das bedeutet, dass der Kontoinhaber - im Falle einer Nachzahlung durch das Jobcenter - bei dem zuständigen Vollstreckungsgericht einen Antrag auf einmalige Erhöhung des Pfändungsfreibetrages auf dem Konto stellen muss. Diesem Antrag muss der Bescheid des Jobcenters über die Nachzahlung beigelegt werden, damit das Gericht einen Beweis für die Nachzahlung hat. Sobald der Beschluss durch das zuständige Vollstreckungsgericht ergangen ist, muss dieser bei der Bank vorgelegt werden. Die Bank hat sodann die Nachzahlung freizugeben.

Wieso kann die Nachzahlung auf dem P-Konto geschützt werden?

Es wird davon ausgegangen, dass eine Nachzahlung des Jobcenters dann ausbezahlt wird, wenn das Jobcenter zu wenig – oder gar keine – Leistung an den Kontoinhaber gezahlt hat. Somit kann die Nachzahlung nicht als einzig großer Betrag angesehen werden, sondern muss auf die Monate, für die die Nachzahlung erfolgt, angerechnet werden. Der Betrag wird sozusagen auf die Monate aufgeteilt, in denen der Kontoinhaber zu wenig Leistung vom Jobcenter erhalten hat. Dadurch wird es nicht zur Überschreitung des Pfändungsfreibetrages kommen, und ohne die Überschreitung ist auch keine Pfändung möglich. Die Nachzahlung darf in gar keinem Fall als einmaliges Monatseinkommen gezählt werden. Zusätzlich ist eine Nachzahlung vom Jobcenter nicht pfändbar, weil die Zahlungen des Jobcenters das Existenzminimum des Kontoinhabers sichern soll. Und bei der Nachzahlung ist in den vorherigen Monaten das Existenzminimum des Kontoinhabers nicht sichergestellt gewesen.

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