Kontopfändung vs. Lohnpfändung - was ist der Unterschied

Hat ein Verbraucher Schulden bei einem Gläubiger und zahlt diese nicht zurück, so kann der Gläubiger einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss erwirken. Mit diesem Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PFÜB) kann der Gläubiger nun unter anderem das Konto des Schuldners pfänden. Man spricht dabei von einer Kontopfändung. Es ist jedoch auch möglich, dass der Lohn bzw. das Gehalt des Schuldners gepfändet wird. Die Lohn- oder auch Gehaltspfändung unterscheidet sich dabei in einigen Punkten von der Kontopfändung.

Der Unterschied zwischen einer Kontopfändung und der Lohnpfändung

Bei der Lohnpfändung bekommt der Arbeitgeber als Drittschuldner den Pfändungs- und Überweisungsbeschluss zugeschickt. Der Arbeitgeber muss anschließend prüfen, ob er noch das volle Gehalt an den Schuldner auszahlen darf. Wenn ein pfändbarer Betrag anfällt, so muss der Arbeitgeber diesen direkt an den pfändenden Gläubiger ausbezahlen. Wie hoch der Anteil ist, der an den Gläubiger gezahlt werden muss, ist unterschiedlich. Es wird jedoch immer vom monatlichen Nettolohn nach Abzüge der Sozialabgaben ausgegangen. Der pfändbare Anteil wird durch zwei Faktoren abhängig gemacht. Diese sind:

  • die Höhe des monatlichen Nettoeinkommens
  • unterhaltsberechtigte Kinder, bzw. Kinder die dem Arbeitnehmer auf der Lohnbescheinigung angerechnet werden

Der Arbeitgeber ist für die Berechnung des pfändbaren Betrages zuständig und kann diesen anhand einer Lohnpfändungstabelle nachprüfen. Es darf jedoch auf keinen Fall der komplette Lohn an den Gläubiger überwiesen werden.

Bei der Kontopfändung hingegen wird der Arbeitgeber nicht über die Pfändung informiert. Er zahlt das vollständige Gehalt ganz normal auf das Konto des Schuldners. Die Bank als Drittschuldner muss nun allerdings bestimmte Beträge an den Gläubiger zahlen. Kontoinhaber können verhindern, dass der gesamte Betrag auf dem Konto an den Gläubiger ausbezahlt wird, indem sie ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) einrichten lassen. Mit dem P-Konto sichern sie sich den monatlichen Grundfreibetrag, der nicht gepfändet werden darf. Außerdem kann der Grundfreibetrag erhöht werden. Dazu muss bei der Bank eine Bescheinigung gemäß § 850k ZPO eingereicht werden.

Es ist sogar möglich, dass ein Gläubiger eine Lohnpfändung und gleichzeitig eine Kontopfändung erwirkt. Hierbei erfährt der Arbeitgeber auch von der Kontopfändung. Betroffene sollten in diesem Fall unbedingt aktiv werden und mit dem Gläubiger beispielsweise eine Ratenzahlung vereinbaren. Im Fall einer Doppelpfändung ist es außerdem noch wichtiger, ein Pfändungsschutzkonto zu haben und eine Bescheinigung gemäß § 850k ZPO einzureichen. Weiterhin ist auch die Möglichkeit eines Anpassungsantrages gegeben. Auch der Weg in die Privatinsolvenz ist als letztes Mittel möglich, um sich vor der Pfändung zu schützen.

Freibetrag berechnen lassen und die P-Konto Bescheinigung online beantragen

Mit einer Kontopfändung versucht ein Gläubiger, Schulden einzutreiben. Schuldner haben jedoch das Recht darauf, einen bestimmten Teil des Lohnes zu behalten und damit ihre Lebenshaltungskosten zu bezahlen. Der Grundfreibetrag in Höhe von aktuell monatlich 1.178,59 EUR steht jedem Schuldner mit einem P-Konto zu. Dieser monatliche Freibetrag kann jedoch unter bestimmten Voraussetzungen erhöht werden. Gewisse Einkünfte sind nämlich vor einer Pfändung geschützt. Dazu sollten Betroffene online umgehend ihren Freibetrag berechnen lassen.

Nach der Berechnung steht der genaue Freibetrag fest. Anschließend können Schuldner die P-Konto Bescheinigung online beantragen und ihrer Bank zusenden. Die Bank erhöht dann den Grundfreibetrag um die bescheinigten Summen. Im Optimalfall kann auf diese Weise der komplette Lohn vor der Pfändung geschützt werden.

Sollten sie sich unsicher sein ob bei Ihnen etwas pfändbar ist, nutzen Sie den kostenlosen Pfändungsrechner.

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